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  • Cynthia Blasberg

DNP Design - And the winner is ...


Model präsentiert Label Nina Rein
Das Label Nina Rein ist eine der ersten DNP-Sieger:innen der neuen Kategorie Design

Anfang Dezember wurde der Deutsche Nachhaltigkeitspreis, kurz: DNP, zum 13. Mal verliehen. Premiere hatte der neu eingeführte ‚DNP Design‘ und damit erstmalig sieben

Auszeichnungen in der Kategorie ‚Kleidung & Accessoires‘. Wir haben mit Stefan Schulze- Hausmann, Journalist und Initiator des DNP, gesprochen.



Stefan Schulze-Hausmann im Portraitfoto
Stefan Schulze-Hausmann, Journalist und Initiator des DNP

Sie haben den Deutschen Nachhaltigkeitspreis, der 2008 zum ersten Mal verliehen wurde, initiiert. Was hat Sie dazu inspiriert? Und wie hat sich der DNP seitdem entwickelt?

Die Idee zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis kam mir 2007 im Zuge meiner Arbeit für das Wissen-schaftsmagazin ‚nano‘ und der Moderation des Deutschen Umwelt-preises bei 3sat. Meine Idee war es, Soziales und Ökonomie in Einklang mit Umweltschutz zu bringen. Ich habe dann Partner:innen für die Idee eines Preises für Engagement zur Nachhaltigkeit gesucht und gefunden. Mittlerweile sind wir mit acht Wettbewerben, über 1.000 Bewerber:innen und 2.000 Gästen beim Kongress und den Preisverleihungen die größte Auszeichnung ihrer Art in Europa.


In diesem Jahr wurde die Kategorie Design eingeführt und somit wurden auch erstmals Preise für ‚Kleidung & Accessoires‘ ver-liehen. Das verwundert einerseits ein wenig angesichts der Tatsache, dass die Textil-industrie hinsichtlich Ressourcenverbrauch,

Umweltbelastung und Ausbeutung von Arbeiter:innen großen Transformations-bedarf hat. Andererseits jedoch unter- nimmt sie aus genau den Gründen große Anstrengungen, dagegen zu steuern. Wieso haben Sie jetzt ent-schieden, den DNP für Design zu verleihen?

Genau aus den von Ihnen beschriebenen Gründen. Wir wollen mit dem ‚DNP Design‘ solche Unternehmen aus der Textilindustrie auszeichnen, die eine Vorreiterrolle einnehmen und mit ökologischen und sozialen Innovationen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen. Es geht aber um mehr als ‚nur‘ verantwortliches Design: Der Textilsektor spiegelt die wichtigsten globalen Nachhaltigkeits-herausforderungen wider. Eine Textilwende hin zu einer stärkeren Umsetzung der Agenda 2030 und zur Beachtung unternehmerischer Sorgfaltspflichten in den Wertschöpfungsketten kann einen elementaren Beitrag zum Erreichen der SDGs (Sustainable Development Goals/Anm. d. Red.) leisten.

"Meine Idee war es, Soziales und Ökonomie in Einklang mit Umweltschutz zu bringen."

Nach welchen Kriterien wurden die Gewinner:innen ausgewählt? Aus zahlreichen Bewerbungen kürte im September eine Jury Einreichungen aus zehn unterschiedlichen Bedürfnisfeldern zu Finalist:innen, davon 14 aus dem Bereich Kleidung und Accessoires. Kriterien wie Ressourceneffizienz, Umweltverträglichkeit und faire Lieferketten standen neben gestalterischer Qualität, Ästhetik und Funktionalität an oberster Stelle. Die hochkarätig besetzte Jury, welche das Expert:innenwissen prominenter Vertreter:innen aus Design, Nachhaltigkeit,

Forschung, Agenturwelt, Unternehmen, Verbänden und Medien bündelt, entschied anschließend auch über die Sieger:innen.


Mehr Informationen unter nachhaltigkeitspreis.de


(Interview aus TextilMitteilungen 01/2021)