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  • Cynthia Blasberg

MUD Jeans präsentiert erste vollständig zirkuläre Denim

MUD Jeans haben es geschafft eine komplett aus post-consumer-recycelten (PCR) Fasern bestehende Jeans zu produzieren. Dabei ist es leider gar nicht so einfach, Denim zu 100 Prozent aus PCR Fasern herzustellen. In der Regel müssen PCR-Fasern mit neuer Baumwolle gemischt werden, um stabile Denimstoffe zu erhalten. Die niederländische Denim Brand hat gemeinsam mit der Saxion University of Applied Science die weltweit ersten Jeans vorgestellt, die ausschließlich aus PCR-Denim gemacht sind. Zwei Jahre hat es gedauert, bis das Werk vollbracht war.



Überproduktion ist eines der Megaprobleme der Textilindustrie, allein in Deutschland landen jedes Jahr über 390 Millionen Kilo Textilien in der Recyclingtonne. Wen wundert es, wenn man bedenkt, dass laut Ellen MacArthur Foundation alle fünf Minuten eine Million neue Kleidungsstücke hergestellt werden. Dabei sind PCR-Fasern, insbesondere im Denim Segment, keine News mehr. Das türkische Denim-Unternehmen Bossa setzt ebenfalls auf PCR-Fasern und zu seinen Abnehmern gehören Brands wie Kings of Indigo, aber auch Scotch & Soda. Anyway, hat MUD eine Marke gesetzt, in dem sie recycelte Fasern mit chemisch recycelten Fasern kombiniert und zu Denim verarbeitet haben. „Wir sind sehr stolz, dass wir die erste wirklich zirkuläre Jeans der Welt realisiert haben", sagt Dion Vijgeboom, Miteigentümer von MUD Jeans. „Wir wollen zeigen, dass eine Welt ohne Abfall - dank einer Kreislaufwirtschaft - wirklich möglich und erreichbar ist. Chemisches Recycling klingt nicht nachhaltig, ist aber nichts anderes als ein Sammelbegriff für die natürliche Auflösung von Zellulosematerial.“



„Meiner Meinung nach sollte nicht der persönliche Vorteil, sondern die Unterstützung des Kreislaufs das oberste Ziel sein.“ Dion Vijgeboom

Die Jeans von MUD bestehen derzeit zu vierzig Prozent aus recyceltem Denim, dem Biobaumwolle zugesetzt wird. Im Ergebnis werden bei der Herstellung einer MUD-Jeans 93 Prozent weniger Wasser und 74 Prozent weniger CO2 verbraucht als bei einer Industriestandard Jeans. Mit der Umstellung auf 100 Prozent PCR-Denim verarbeitet die zirkuläre Marke noch mehr gebrauchte Jeans im Produktionsprozess und muss daher keine neue Baumwolle mehr verwenden. Vijgeboom: „Als Produzent muss man die Verantwortung für sein Produkt übernehmen. Viele Parteien verwenden Produktions- und Schnittabfälle, um ihre Recycling-Ansprüche zu erfüllen, diese Art von pre-consumer Abfällen wird aber seit Jahren im Produktionsprozess wiederverwendet. Meiner Meinung nach sollte nicht der persönliche Vorteil, sondern die Unterstützung des Kreislaufs das oberste Ziel sein". Maud Kuppen, Forscherin im Bereich Textil- und Spinntechnologie an der Saxion Universität, fügt hinzu: „Der Berg an Textilabfällen wächst stetig. Wir haben jetzt bewiesen, dass wir neue Textilprodukte aus vollständig recycelten Materialien herstellen können. Dadurch verringert sich nicht nur die Größe des Abfallbergs, sondern auch die Produktion von neuen Materialien."


„Wir haben jetzt bewiesen, dass wir neue Textilprodukte aus vollständig recycelten Materialien herstellen können.“ Dion Vijgeboom

MUD Jeans sind seit Gründung mit Ideen im Sinne von Kreislaufwirtschaft an den Start gegangen. 2013 haben sie das Konzept ‚Lease a Jeans‘ eingeführt. Seit 2015 ist die Brand B Corp zertifiziert und wurde 2021 als Best for the World-B Corp ausgezeichnet.

Mehr Informationen unter mudjeans.nl.